Gesang

CANTO-PREGHIERA1Der Gesang kann, wie jedes musikalische Instrument, erlernt werden. Die eigenen Gesangsfähigkeiten zu entdecken, ist jederzeit und unabhängig von der Überzeugung des persönlichen Talents möglich. Es reichen Interesse und die Entscheidung, den eigenen Willen zu aktivieren, um auf die Entdeckungsreise der Einzigartigkeit der eigenen Stimme zu gehen.

Über den Gesang moduliert das menschliche Wesen seine Stimme und wendet sich an die Natur, die Geschöpfe oder an Gott, den Schöpfer des Alls. Der Gesang war ursprünglich eine gesungene Dichtung und deshalb der höchste Ausdruck der Gefühle, eine Äußerung des Geistes, wenn geistig edle und fortgeschrittene Seelen sich des Gesangs bedienen. (Zitat aus “Der Gesang und die Kunst des heiligenden Singens” von Tommaso Palamidessi)

Die Theorie und Praxis des Gesangs, die wir in unseren Kursen lehren, folgen der Absicht, die typischen Kompositionsmethoden und -techniken der traditionellen sakralen Musik wiederzuentdecken – dies jedoch im Zusammenspiel mit einigen zeitgenössischen Veränderungen.

Deshalb unterscheidet sich das hier vorgeschlagene Genre von der modernen symphonischen Musik und von der vokalen, auf der Liturgie basierenden Musik, die meistens mit dem gregorianischen Gesang in Verbindung gebracht wird.

Es handelt sich bei der Archeosophischen Musik wie im gregorianischen Gesang um eine diatonische und modale Gesangskunst, welche die Chromatik ablehnt und auf den acht traditionellen Tonarten basiert. Obwohl sie – wie die Gregorianik – ein sakrales Thema hat und es ihr Ziel ist, die Erhebung der Seele zu Gott zu fördern, ist sie jedoch nicht ausschließlich einstimmig und sieht in der Regel eine orchestrale oder einfache instrumentale Begleitung vor.

Die Archeosophische Musik klingt also alt und neu zugleich, eindeutig erkennbar und doch anders als jegliches andere Genre. Auf dieser Basis wird der Gesang zu einer physiologischen, psychologischen und spirituellen Kunst, durch die es möglich wird, die in uns verborgen liegenden potentiellen Fähigkeiten zu erwecken, um einen inneren Kontakt zur geistigen Welt zu ermöglichen.