Der Mythos von Isis und Osiris

Sonntag, 29.05.2016 um 16:00
Kulturcafé mit Vortrag

Im Mythos von Isis und Osiris, der weit in die Urzeiten zurückreicht, verbirgt sich eine verschlüsselte Wahrheit. Es wird in symbolischen Bildern ein Reiseweg dargelegt, der zu einer tiefgreifenden Umwandlung des Bewusstseins führen kann.

Es tauchen im Mythos Bilder auf wie „Tod durch Ertränken im Nil“, „Zerstückelung des Körpers von Osiris durch seinen Widersacher Seth“, „Zusammenfügung der einzelnen Teile und Wiederbelebung durch Isis“, „Zeugung des göttlichen Kindes Horus“ u.v.m. Diese Bilder können nur alchemisch verstanden werden. Ziel der Alchemie, die ihren Ursprung in Ägypten hat, ist die Umwandlung des Bewusstseins durch geheime Operationen, die denen in der Chemie (man denke z.B. an die Spagyrik) ähnlich sind, gemäß der Schlüsselformel „solve et coagula (lat.)“, was im Deutschen „löse und verbinde“ bedeutet.

Die vier initiatischen Zentren des antiken Ägypten Heliopolis, Memphis, Hermopolis und Theben waren im Besitz dieser Kenntnis und hier wurden geheime Mysterien zelebriert, zu denen wenige Kandidaten Zugang hatten. In den Mysterien ging es darum, nach dem Modell von Osiris den Tod zu erfahren, sich in der göttlichen Sonne zu verklären und mit neuem Bewusstsein aufzuerstehen, ohne dabei physisch zu sterben.

Die archetypischen Figuren Isis und Osiris tauchen im Verlauf der Geschichte dann vor allem im griechischen und im römischen Reich, teils auch unter anderem Namen, in den Mysterienreligionen auf; später bei den Kelten finden wir das Bild einer „schwarzen Jungfrau“, die „gebären soll“ und in der Freimaurerei wird ebenfalls auf Isis und Osiris Bezug genommen, was in Mozarts „Zauberflöte“ zum Ausdruck kommt.

Der-Mythos-von-Isis-und-Osiris2-webIsis und Osiris scheinen aus der heutigen Zeit betrachtet eine Vorwegnahme für das zu sein, was sich vor gut 2000 Jahren ereignet hat, als Maria und Jesus Christus als historische Persönlichkeiten in Erscheinung traten. In der Tat erkennen wir viele Parallelen zwischen Isis-Osiris und Maria-Jesus Christus und können feststellen, dass das, was im Mythos mit der Geburt des göttlichen Kindes Horus ausgedrückt wird, sich im Christentum einerseits auf die Geburt des Gottessohnes durch Maria (aber historisch, nicht mythisch), als auch auf die Geburt eines göttlichen Bewusstseinszustandes im Menschen Bezug nimmt, laut dem, was Nikodemus im Neuen Testament als „zweite Geburt des Menschen aus dem Geist“, als „von oben geboren“, bezeichnet.

Da die Offenbarung fortschreitend ist, hat die Menschheit in Jesus Christus, der historisch bezeugt ist, ein neues Modell, das sowohl die oben genannten, als auch noch weiter reichende Operationen anbietet, weil es neue Eroberungen gibt, die neue Erfahrungen möglich machen und mit Jesus Christus hat die Evolution nicht aufgehört.

Archeosophische Gesellschaft Berlin e.V.
Gotenstraße 11, 10829 Berlin – Schöneberg
Kulturcafé: Kultur – Kaffee – Kuchen / Beitrag: 5.-