22. MAI: Aus der EVENT-Reihe „Blick auf’s Universum“

Der Mensch besteht aus derselben Materie wie der Kosmos und ist zeitgleich mit ihm entstanden. Er unterliegt deshalb denselben Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten wie das Universum, in dem er lebt. So zumindest behaupten es die alten Traditionen, die seit jeher eine Weise hierarchische, mathematische und musikalische Ordnung in der Schöpfung erkannt haben.

Ein Hinweis für die Übereinstimmung des kosmisch Großen mit dem unendlich Kleinen sind die wirbelartigen Strukturen, die wir überall in der Natur und auch im Menschen finden. Von der Bewegung der Galaxien und des Sonnensystems, über die Wirbelstruktur von Stürmen und Wasserläufen, bis hin zum gewundenen Aufbau organischer Strukturen von Pflanzen und der DNA, sie alle folgen mathematisch denselben Prinzipien und Wachstumsrhythmen. Und was die spirituellen Lehren anbelangt: die indische, tibetanische, jüdische und alchemische Tradition erkennt in den „Kronen“, „Feuerrädern“ oder„Chakras“ ebensolche Wirbelstrukturen im unsichtbaren Menschen.

Einen weiteren Hinweis finden wir in der offensichtlichen Ähnlichkeit dermakrokosmischen Struktur des Universums mit dem mikroskopischen Aufbau unseres Gehirns. Ist das alles mehr als nur Zufall?

Das Konzept vom Menschen als Mikro-Makrokosmos ist uralt und genauso alt sind auch die Fragen des Menschen danach, woher er kommt und wohin er geht, die man in der Tradition das „Rätsel der Sphinx“ nennt. Es ist das Mysterium von der Evolution des Menschen, das mit der Entstehung, der Entwicklung und dem Ziel des Universums auf geheimnisvolle Weise verbunden zu sein scheint.

Das spirituelle Leben des Menschen ist nicht nur an die Aktivität des eigenen Gehirns im Besonderen und an den eigenen Organismus im Allgemeinen gebunden, sondern ist auch bedingt, und man beachte dies gut, durch das fundamentale Gesetz der Wechselwirkungen, also nicht nur mit dem Leben der anderen menschlichen Wesen, sondern mit dem gesamten Universum.

Giuseppe Calligaris

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